|
|
|
mein intelligenter kommentar dazu: genau!
vor allem: es ist ja keineswegs so, dass das alles einheitlich abgeht, gibt ja genug, die ihre bedenken da äußern, ist ja auch okay so, man will halt bei dem dings nicht als gedankenloser nachtapper erscheinen.
ich dagegen halte von so aufrufen eher nix, die gehen mich nichts an, ich weiß schon, was ich da tue.
und, darauf wollte ich eigentlich hinaus: es steht alles nebeneinander, also auch das bedenkentragen, also kann ich da auch nix mit blindem nachfolgen wirklich erkennen.
roland |
homepage |
01.04.06 - 10:45 | #
|
|
wie roland schon schreibt: "es gibt ja genug, die ihre bedenken da äußern".
Insoweit verstehe ich das gejammer über fehlende differenzierung auch nicht.
siehe dazu den letzten tagesschau-artikel, wo dieser Vorwurf auch auftaucht. es ist ja nun nicht so, daß die differenzierte Berichterstattung von letzter woche dort aus heiterem himmel kam sondern durch die intervention der blogger, die dem autoren die recherche hinterhertragen musste.
die angst des deutschen vor der eigenen courage sind solche artikel. die realität ist doch schon auf dem ersten blick eine völlig andere, insoweit ist das, was j-o schreibt, eher ein blick in sein eigenes inneres.
Jens |
homepage |
01.04.06 - 11:10 | #
|
|
Was hast du gegen Verantwortung? Und ich meine natürlich nicht die Veantwortung, die Moni in die Schuhe geschoben werden soll, sondern diejenige, die viele anderen haben, zum Beispiel Udo Vetter? Verantwortung kann man auch ohne Chefredaktion haben.
"With great power comes great responsibility."
surfguard |
homepage |
01.04.06 - 11:21 | #
|
|
*?* die verantwortung was man schreibt hat man doch so oder so, jedenfalls hab ich felix so verstanden.
ist jedenfalls nicht so, daß man die leute wirklich bräuchte, die da dauern popanze aufbauen, gegen die man dann "mahnen" und aufpasser spielen muss. gibts aber, macht nix, sollen halt spielen.
Jens |
homepage |
01.04.06 - 11:40 | #
|
|
schön geschrieben..
betrachtet man die ganzen vorgänge rein sachlich, kann ich die kritik von jos auch nur bedingt nachvollziehen. es ist natürlich gut die vorgänge innerhalb der blogosphäre zu analysieren, nur die schlussfolgerungen sind schlicht fehlerhaft.
die tatsache das eine bloggerin vorabgemahnt wurde für ihre meinung, von einem verein der es eigentlich hätte besser wissen sollen ist die sachliche grundlage, die späteren "teibt die sau raus"-vorgänge führen eben nicht zu einer rudelbildung, sondern durchaus zum richtigen ziel: solidarität zur bewahrung der meinungsfreiheit.
die vorgänge als reine mobbildung zu deklassieren ist bei weitem am ziel vorbei gedacht.
ich denke der auslöser für die jos argumentation ist eher die angst vor freier meinung und das missverstehen, was blogger sind. blogger sind weder journalisten noch keine journalisten.
blogger sind vor allem schlicht bürger. bürger die ihre meinung und ansichten vertreten. insgesamt führt aber gerade diese bürgermeinungsbildung zu angstzuständen, gerade unter den klassischen vertretern der medien. der grund dürfte hier vor allem die kontrollverlustangst sein, denn meinungen sind in zeiten des internets und der bloggerei nicht mehr nur von den klassischen medien steuerbar.
betrachte man aber die zusammenhänge genauer, wird durchaus ein schuh daraus, denn der bürger erobert sich ein stück einflussnahme zurück. er wird mithin selbst zum lobbyisten als blogger.
was ist denn schlecht oder schlimm daran, dass der bürger nun auch endlich ein sprachrohr hat?
was ist schlimm oder schlecht daran, dass der bürger, als grundsubstanz der demokratie, nicht mehr nur auf klassische medien setzt, sondern selbst die richtung anzugeben vermag?
da müssen einige noch lernen, was freiheit und freie meinungsbildung im internet wirklich bedeutet.
aber kein wunder, war bisher, also so ca. die letzten 2000 jahre, keine möglichkeit vorhanden für die bürger sich wirklich zu vernetzen.
die vernetzung wurde immer von wenigen gesteuert, ob nun durch kirche, staatsvertreter oder medienmacher.
dieses alte system wird aber fallen, es sei denn das internet wird wieder eingestampft werden.
freiheit muss nun mal erst gelernt werden. gar nicht so einfach...
sorry für das lange statement.
Weltherrscher |
homepage |
01.04.06 - 12:02 | #
|
|
@Jens: Verantwortung, die ich meine, fängt da an, wo rechtliche Verpflichtung aufhört. Denn nur, weil man natürlich für das, was man schreibt, rechtlich belangt werden kann, heißt das noch nicht notwendigerweise, dass meine seine Verantwortung wahrgenommen hat. Das eine ist nämlich aktiv, das andere passiv.
Ich will in dieser Angelegenheit weder Mahner noch Aufpasser spielen. Aber es ist schon spannend zu sehen, dass sich (Achtung: unzulässige Verallgemeinerung folgt) die Blogger gegen Transparency International als Mahner und Aufpasser verstehen, aber selbst weder gemahnt noch auf sich aufgepasst sehen wollen.
Ich würde nicht so weit gehen, das doppelmoralisch zu nennen. Aber auch diese Grenze kommt schneller, als man denkt, wenn man sich zu selbstverständlich auf der Seite der gerechten Sache sieht.
surfguard |
homepage |
01.04.06 - 12:21 | #
|
|
@surfguard: ich habe nix gegen verantwortung. im gegenteil. du hast mich da in der tat ein bisschen missverstanden. je mehr verantwortung jemand zu übernehmen bereit ist, desto mehr applaus bekommt er von mir. nur brauche ich keine aufklärer die mir das täglich predigen, schon gar nicht von welchen die mit ihrem rundum versicherten redakteursarsch in einem ledersessel sitzen und ihre privilegien geniessen.
abgesehen davon kann ich erstens sowieso zur verantwortung gezogen werden kann für alles was ich tue und schreibe, zweitens bin ich der meinung, dass die mehrheit der blogger das wissen und schon lange so handeln.
@weltherrscher: besten dank für das lange statement.
ix |
homepage |
01.04.06 - 12:29 | #
|
|
@ix: Stimmt schon. Selbst berechtigte Kritik von Leuten, die damit nur andere, nämlich eigene Interessen verfolgen, ist genauso schlimm wie Applaus von der falschen Seite. Aber kann es sein, dass das Thema der Verantwortung von Bloggern trotzdem diskutierenswert ist, auch wenn man nicht mit dem Finger auf Einzelne zeigen kann und will?
surfguard |
homepage |
01.04.06 - 13:15 | #
|
|
klar ist die diskutierenswert. und den auf andere zeigenden finger kann man locker vermeiden, wenn man ih so lange einfach auf sich selbst richtet :-)
Jens |
homepage |
01.04.06 - 15:00 | #
|
|
Ich hab' j-os Beitrag seit gestern in verschiedenen Blogs kommentiert.
Was mich - neben dem Zeitpunkt und der 'väterlichen Verantwortung', die da den sogenannten A-Listern angedichtet/zugeschoben werden soll, sowie der (m.E. ungerechten) Unterstellung von gezielt gesetzten Kampagnen ihrerseits - am meisten stört ist, dass j-o die Nicht-A-Lister anscheinend in weiten Teilen für ziemlich unterbelichtet hält, die alles, was 'von oben' kommt, unreflektiert übernehmen würden (wie sonst könnte sonst der von ihm phantasierte Mob zustande kommen?). So'n Quatsch! Die Fähigkeit zu eigenem Denken hängt imo nicht vom Ranking in Blogcharts ab ;o).
Allerdings denke ich schon, dass Johnnys Bedenken (und wohl auch schon Erfahrungen) nicht ganz unberechtigt sind, dass - je mehr Leute mitkriegen, was Blogs in Gang setzen können - auch immer mehr versuchen werden, das für ihre Zwecke zu nutzen. Aber das ist m.E. vorläufig noch ein etwas düsterer Blick in eine ungewisse Zukunft des Blogdings. Es kann aber imo nicht schaden, schon mal vor Manipulationsversuchen zu warnen, die evtl. in nächster Zeit häufiger mal auftreten könnten. Doch vor sowas ist m.E. grundsätzlich keiner 100%ig sicher, der publiziert - auch die etablierten Medien nicht. Selbst die NYT wurde schon mit gezielter Falschinformation manipuliert ;o).
Iris |
homepage |
01.04.06 - 15:51 | #
|
|
Weltherrscher: Word.
Felix: dito.
Max Winde |
homepage |
01.04.06 - 18:18 | #
|
|
Ach, diese skrupulöse Angst vor der eigenen Courage und das betuliche Warnen vor zuviel Macht der allmächtigen 200-300 Bloggerhanseln und Bloggergreteln sollte man nicht zu ernst nehmen. Zum einen gibt es in jeder grösseren Gruppe jemand, der eine solche Rolle einnimmt, das gehört dazu. Und zum anderen hängt es auch oft mit einer fehlenden Gelassenheit zusammen, wenn demokratische Prozesse mal Drive bekommen. Das gibt sich.
Mal abwarten, ob der moderne deutsche Weblogger - anders als sein Vorfahre - sich traut, auch ohne Onlineticket einen Bahnhof zu stürmen. Ich glaub schon. Und das über Verantwortung geredet wird, muss ja nicht schaden. Hebt ja nur den Standard des kritischen Nachfragens.
Julio |
homepage |
01.04.06 - 18:53 | #
|
|
Ich persönlich fand, dass die die staatstragend daherstolpernden Überlegungen von Jörg-Olaf, gemessen am Anlass und Zeitpunkt, reichlich unangemessen waren, auch, indem sie das Verhalten i.d.R. sehr verantwortungsvoll denkender Blogger auf "Sautreiben" oder "Rudelbildung" reduzieren wollten. Ich sehe das als eine Art Retourkutsche des Etablissment-Nahen, der einsehen muss, dass die Öffentlichkeit immer weniger steuerbar ist - auch dank Blogs. Vielleicht passte ihm auch nicht, dass Blogs den klassischen Medien nicht nur angenehme Rückkopplung liefern.
Wäre der Begriff "Verantwortung" von so hohen Stellenwert, wie er ihn in seinen Überlegungen ausbreitete, dann hätte er sich auch getrost über die Verantwortung klassischer Medien Gedanken machen können; zum Beispiel darüber, dass Tagesspiegel & Co sich die angemessene Berichterstattung feige verkniffen haben, oder darüber, wie SZ und Tagesschau von TI-D instrumentalisiert wurden, während (Überraschung!) Blogs hier als Korrektoren und transparenzbildend (!) auftraten.
Den Vorgang, den er als Anregung verwendete, hat er scheinbar auch nicht genügend begriffen.
Natürlich hat er recht (aber da ist er nicht der Erste, der drauf gekommen ist), wenn er meint, dass mit einem Zuwachs an Öffentlichkeit auch die Verantwortung wächst.
Wie schade nur, das *dieser* Gedanke am Verhalten von TI-D rein garnicht zu sehen war. Ich sah da vor allem Machtmissbrauch. Dort, sowie bei befreundeten Medien, hätte er also in erheblich größeren Maße die Frage nach der Verantwortung stellen können.
Vielleicht geschieht das ja noch...
Obwohl: In einer Zeit, wo Pressearbeit oft in Spinkonstruktion sowie darin begriffen wird, dass sie bezahlten Interessen dient, sind derlei Hoffnungen wohl eine Überforderung dessen, was von dieser Seite aus möglich ist.
Und genau deshalb: Blogs können ein Gegengewicht zum Medienetablissment sein, eine sehr nützliche zusätzliche Stimme, ja sogar ein Stück weit Bürgeröffentlichkeit und Demokratie.
Wir haben es bewiesen.
P.S.
Tjä, jetzt müssen wir "nur" noch beweisen, dass wir uns nicht instrumentalisieren lassen...
Dr. Dean |
homepage |
02.04.06 - 0:34 | #
|
|
Hinter der Diffamierung von Weblogs als Lynch-Mob steckt die Angst mancher Medienvertreter, die miterleben müssen, dass König Kunde nun plötzlich zusätzlich zu seinem Portemonnaie auch noch ein Megaphon in die Hand gedrückt bekommen hat.
Statt also wie bisher still und alleine seine Kaufentscheidung zu treffen und evtl. eine schlechte Zeitung nicht mehr zu kaufen, posaunt König Kunde nun in Form seines Weblogs in die Welt hinaus, warum ihm die oder jene Dienstleistung oder dieses oder jenes Gebahren einer Zeitung, einer NGO oder sonst eines Unternehmens nicht gefallen hat. Und das macht er doch tatsächlich, ohne zuvor den Leitfaden für Beschwerdebriefe gelesen zu haben!
Das ist jedoch keine Lynchjustiz. Lynchjustiz ist illegal. Dagegen gibt es Gesetze, die auch Blogger befolgen müssen. Und warum sollte jemand, der sich durch einen oder mehrere Weblog-Einträge verleumdet sieht, nicht dagegen vorgehen können?
Außerdem ist es kein immanentes Gesetz der Blogosphäre, dass in Weblogs nur eine Meinung zu einem Thema existieren kann. Genau das Gegenteil entspricht der Wahrheit. Im Fall Transparency International Deutschland (TID) war die Meinung wohl eher deshalb so einhellig in den Weblogs, weil der Fall eben tatsächlich so eindeutig war. TID hätte jede Gelegenheit gehabt, genau darzustellen, warum Moni Unrecht gehabt haben soll. Es kam aber nichts! Gerade durch ihre Vernetztheit sind in der Blogosphäre schnell auch Gegenstimmen wahrnehmbar. Sogar selbst bei diesem eindeutigen Fall namens "Transparency-Affäre". Weblogs, die sich auf die Seite von TID gestellt hatten gab es nur ganz wenige. Dennoch konnte ich auch diese sofort finden in meiner Technoraty-Watchlist zum Stichwort "Transparency International", ohne dass ich speziell nach ihnen gesucht hätte.
Und nicht zuletzt hat jede Gegenstimme die Möglichkeit selbst bei den angeblich ach so einflussreichen A-List-Bloggern gleichberechtigt Gehör zu finden mittels eines Kommentars, der meist nicht erst in einer Abteilung gefiltert wird, die für Leserbriefe zuständig ist.
Ich finde deshalb das Megaphon in den Händen der Kunden gut. Führte es doch z.B. auch dazu, dass Tagesschau.de seinen Artikel zur "Transparency-Affäre" mehrmals korrigiert hat. Haben also alle am Ende gewonnen. Außer jene, die faul auf ihr Monopol auf Meinungs- und Deutungshoheit bestehen. Denn diese haben in der Blogosphäre selbst keine Chance und auch nicht in einer Medienlandschaft, die ab jetzt von der Blogosphäre begleitet wird.
Lucomo |
homepage |
02.04.06 - 5:55 | #
|
|
Iris: "So'n Quatsch! Die Fähigkeit zu eigenem Denken hängt imo nicht vom Ranking in Blogcharts ab ;o)."
Du hast ja schon wieder was nicht verstanden ,) Wo habe ich das behauptet? Bei A-Listern knallt es halt potentiell schneller.
ix: "ich verstehe immer noch nicht wie die kernaussage lautet, aber er scheint mir ein diffuses unwohlsein zum ausdruck bringen zu wollen."
Nicht ganz ohne Absicht. Ich kenne die Weltformel ja auch nicht, ahnte aber, dass meine Gedanken einigen übel aufstoßen werden.
"für mich ist das einer der vielen vergeblichen versuche, bloggen auf eine stufe mit dem „professionellen journalismus“ zu zerren."
Überhaupt nicht, auch wenn mir die Sicherungsmechanismen im Journalismus in der Theorie gefallen. Mir ging es mehr um die Auswirkungen (Das ist alles nicht neu: "McLuhan/Postman auf Crack"), Lösungen habe ich keine.
"schnell gebloggt" / "verhindern"
Kann man nicht verhindern. Nicht einmal, wenn man als Blogger aufpasst (Einfach, weil es den Aufwand vervielfachen würde). Bisher ist noch kein echter Unfall passiert, aber schon einiges an Scheisse hängengeblieben (Oft zu recht, hin und wieder mit Absicht). Dass etwaige Updates von Trackback zu Trackback verflachen, wenn sie denn überhaupt durchgereicht werden, liegt in der Natur der Sache.
"kampagnen" / "instrumentalisierung"
Instrumentalisierung hatten wir bisher wohl noch nicht. Zumindest keine aufgedeckte. Ich glaube wirklich, es könnte mit etwas Ehrgeiz funktionioren. Beim Belarus-Video sieht man erste Ansätze. Lohnt aber wohl noch nicht so recht. Klappt derzeit wohl auch noch nicht so recht, weil die Landschaft der deutsprachigen A-Lister noch zu übersichtlich und zu gut vernetzt ist.
Kleine Kampagnen bzw. nachhaltig und einseitig befeuerten Spin haben wir schon jetzt.
"„die da oben“ als zielgerichtetes oder instrumentalisierbares netzwerk gibts nicht, ..."
Stimmt wohl, schrieb ich aber nicht.
"auch wenn es enge und gute kontakte gibt."
Bei der derzeitigen Konstellation wird es aber nicht bleiben.
"verantwortung"
"Moni-Gate" ist überhaupt ein denkbar schlechtes Beispiel (einfach zu übersichtlich, was die Rollenverteilung und Storyline betrifft), an das ich nur am Rande gedacht habe.
Ich dachte eher an einige Situationen bei Lautgeben. Oder die CSU-Blog-Geschichte nach den Spam-Vorwürfen damals. "Flyerpilot" hat und hatte auch seine Moment, genau wie das Belarus-Video.
in dem moment wo ich mich nach draussen begebe habe ich die verantwortung für das was ich schreibe, bin ich justiziabel, ob ich will oder nicht, ob ichs weiss oder nicht.
Meinte ich anders, aber danke für das Stichwort: Als Opfer hast du keine realistische Chance ein paar hundert Menschen vor den Kadi zu zerren. Da kann man dann allenfalls den bösen Wirres exemplarisch hinrichten, auf das sich andere ein Beispiel nehmen. Werden sie, nur anders als gewünscht ,)
Darüber hinaus haben wir schon jetzt einige Blogger, die ganz bewusst ausländische Hoster wählen, um richtig die Sau rauslassen zu können. Kennst du das Blognetzwerk, das gegen die Wikipedia schießt? Oder div. Nazi-Kameradschaften, Spammer und Vollerotik-Anbieter ausserhalb der Blogosphäre. Justiziabel ist da einiges, belangt werden können sie nicht.
"diejenigen die verantwortungslos rasen, die sich danebenbenehmen erreichst du auch mit solchen gutgemeinten appellen nicht"
Ich hatte nicht vor zu appellieren. Ich weiß ja, wie sinnlos es wäre. Schrieb ich aber auch. U.a. im Nachklapp, zum code of conduct.
"rudel" / "verlaufen"
Natürlich verlaufen sich die Rudel, siehe Vergleich mit Flashmobs. Und natürlich haben Blogs noch lange lange nicht den Einfluß etablierter Medien. Aber das war ja auch gar nicht mein Punkt.
"vogelgrippe"
Ich kenne Menschen, die sich Tamiflu besorgt haben. Wären sicher mehr gewesen, hätten sie eine tote Ente im Dorfteich gehabt. Besseres Beispiel, wenn auch nicht hier: Damals beim Rinderwahn brach beim Fleischer am Eck und bei McDonalds der Umsatz ein. Reale Gefahr gab es wohl nie.
"blogger und ihre rudel sind irrelevant. noch immer und noch für eine ganze weile."
Sicher. Sie sind aber relevanter als die Summe der Einzelpersonen es wäre.
"google"
Das machst du es dir zu einfach. KMUs oder Einzelperson vs. kleines Bloggerrudel (oder eine gezielte Aktion) ist derzeit eine ziemlich unsportliche Veranstaltung.
Ist nicht einmal ein Problem von Google, eher eines der Wahrnehmung negativer Stimmen.
"kann man im konkreten fall, im „moni-gate“, den bloggern auch keinen vorwurf daraus machen, dass die gegenseite aus überheblichkeit weiter eskaliert und die welle vorantreibt."
Wie gesagt, "moni-gate" ist ein selten schlechtes Beispiel. Ebenso wie das Vorgehen von TI ein selten schlechtes Beispiel für PR-Arbeit ist.
"für mich wird da ständig das olle killerargument wiedergekaut, dass es ohne redaktionelle kontrolle und professionelle standards ja auch nichts geben kann mit dem blogdings."
Von mir nicht. Ich sage nur, dass bei diesem Blogdings wohl schneller Dinge eskalieren können, als allen lieb sein kann.
Die Wikipedia und das Blogdings zu vergleichen, halte ich übrigens für ziemlich unsinnig. Bei der Wikipedia gibt es zentrale Steuerungsmöglichkeiten, dafür gibt es ganz andere Probleme, die immer deutlicher werden.
"ich sehe die qualitäten des bloggens ganz woanders als in journalistischen gewässern"
Ich auch. Für Betroffene und Google-Nutzer ist das aber wohl sekundär.
Dr. Dean: "staatstragend"? "Etablissment-nah"? "passte ihm nicht, dass Blogs [..] nicht nur angenehme Rückkopplung liefern"
Was wird das denn nun für eine alberne Nummer?
"dass die Öffentlichkeit immer weniger steuerbar ist"
Ich befürchte eigentlich eher, dass die Öffentlichkeit bei vielen Themen recht leicht zu beeinflußen ist. Nicht nur bei so einfachen Wahrheiten den bekanntlich viel zu hohen Diäten der Politiker und der unumstößlichen Gewissheit, dass Abmahner, die gegen Blogger vorgehen, immer und vollumfänglich im Unrecht sind.
"Ich sah da vor allem Machtmissbrauch. Dort, sowie bei befreundeten Medien, hätte er also in erheblich größeren Maße die Frage nach der Verantwortung stellen können."
Das ist nun herrlich absurd. Zu kritisieren, dass ich die etablierten Medien nicht kritisiert hätte, obwohl ich weder über "moni-gate" im Speziellen, noch über über die etablierten Medien im Allgemeinen schrieb, sondern über Blog-Phänomene.
Du hast allerdings übersehen, dass ich den tagesschau.de-Bericht in der ursprünglichen Fassung als - iirc - indiskutabel bezeichnet habe.
jo |
homepage |
02.04.06 - 5:57 | #
|
|
Na also, ich ahnte es doch, dass hier von Dir noch Ausschweifendes zu erwarten ist. Ist bestimmt momentan nicht ganz leicht, den ganzen Diskussionssträngen auf den Versen zu bleiben, hmm ;o)?
"Du hast ja schon wieder was nicht verstanden ,) Wo habe ich das behauptet?"
Falsch, Du hast den kausalen Zusammenhang meiner Aussage nicht verstanden, was sich leicht daran erkennen lässt, dass Du nur mein Fazit zitierst. Und das hast natürlich nicht Du behauptet, denn es ist ja MEIN Fazit ;o).
"Bei A-Listern knallt es halt potentiell schneller."
Einspruch: Unbewiese Behauptung. Was knallt und wieso knallt es schneller?
Zustimmen könnte ich Dir lediglich in der Weise, dass sich Informationen über A-Lister schneller verbreiten. Wie die Leser sie jedoch auswerten und in eigene Blog-Beiträge einfließen lassen, das liegt imo ebenso in ihrer Verantwortung wie die Verwertung von Informationen aus anderen Nachrichtenquellen - zum Beispiel journalistischen, die es mit der Wahrheitstreue ja leider allzu oft auch nicht so genau nehmen, gelle ;o)?
Und wenn Du die massenhafte Verbreitung von ungenau oder einseitig recherchierten, subjektiv gefärbten, propagandistischen... Nachrichten für besorgniserregend hältst, solltest Du vielleicht eher ein SpOn- oder WELT-Watchblog einrichten, statt mit dem mahnenden Zeigefinger durch die Blogosphäre zu pilgern, hmm? Denn die haben, glaub' ich, sogar immer noch mehr Leser als Johnny, Don und ix zusammen ;o).
Iris |
homepage |
02.04.06 - 7:50 | #
|
|
Ich hätte, mich ja auch gefreut, wenn der finale Fangschuß gesetzt worden wäre. Aber diejenigen, die den Bloggern eine Rudelbildung vorwerfen, bedauern nur, nicht den Leitwolf geben zu können. Nicht alle Erfolgsstories werden im Hollywoodstil abgedreht. Und wenn Moni die Eskalation gestoppt hat, läßt sie vielleicht ein paar Blogger in einem Vakuum zurück, für mich war's trotzdem ein home run.
Ein Rudel, eine Meute hat sich zusammengerottet mit einem Ziel: eine Bloggerin zu schützen. Wenn der Gegner jetzt nicht im eigenen Blut zuckend sterben muß, hat die Meute nochmals bewiesen, daß sie selbst bei der Hatz noch um ein vielfaches humaner als der Agressor ist.
logog |
02.04.06 - 7:57 | #
|
|
Diese ganzen "Befürchtungen" sagen IMO mehr über das Menschenbild dessen, der da vor sich hin fürchtet als über die Menschen, deren Dummheit da offensichtlich befürchtet wird...
Sven |
homepage |
02.04.06 - 12:09 | #
|
|
logog: Den Leitwolf zu geben, finde ich wenig erstrebenswert. Bin ich auch nicht der Typ für. Sollen andere machen.
Sven: Das ist lustig. Weil, eigentlich nämlich mein Text (siehe vor allem unten) ,)
Im übrigen warf ich niemandem Dummheit vor, sondern habe beobachtet, dass sich durch die Technik bedingt schneller Rudel bilden (Im Sinne von überstürzt vs. differenziert). Das ist ein ziemlicher Unterschied.
jo |
homepage |
02.04.06 - 18:18 | #
|
|
Es stimmt schon: Es gibt Rudelbildungen. Um ein Spezialbeispiel dafür zu bieten: So gibt es z.B. die Rudelbildung der Medien rund um Agenturmeldungen.
Was für Rudel!
Da wird nicht mehr recherchiert, kaum noch nachgefragt, selten nachgebohrt oder eine eigene Fragestellung entwickelt. Fertigkost. Empörung per Knopfdruck.
Wir erleben das gerade bei der angeblich skandalösen Bürgschaft im Rahmen des Pipelineprojekts. Da wird also bei einer (ziemlich gewöhnlichen und nicht mal in Anspruch genommenen Bürgschaft) von der vereinigten Presse die Politik attackiert, weil, so lautet die Formulierung, "wirtschaftliche und politische" Risiken abgesichert wurden. Sagt die SZ.
Hahaha! Denn wirklich alle Rudelangehörigen schreiben diesen Blödsinn nach. Selten so gelacht. Ja, liebes Rudel, liebe Agenturmeldungsumformulierer: Das ist völlig normal, und absolut nicht ungewöhnlich im Osteuropageschäft, sonst wäre es nämlich schwerlich eine ökonomisch sinnvolle Bürgschaft.
Wer das nicht glauben mag, befrage einfach einen der vielen Tausenden von Außenhandelskaufleuten in unserer Republik, wie in vergleichbaren Geschäften vorgegangen wird - wann und für was dort gebürgt wird.
Nämlich fürs Risiko! Achja, und seitens der Begünstigten meistens für mehr als nur rund 20% des Auftragvolumens.
Hatte wir schon das Thema Rudelbildung? Ob das ganze Manöver nur dazu dient, der Schröderregierung nochmal auf dem Medienweg eine mitzugeben? Geschenkt.
Obwohl - der Zweck und die Richtung ist hier durchaus zu beachten. Wenn nämlich das "Rudel" etwas kritisiert, dann wird man selbstverständlich beachten müssen, wer da kritisiert wird, und welche Möglichkeiten zur Gegenwehr dieser hat.
Im Fall der Agenturmeldungen nachäffenden "Journalisten" haben diese es mit einer Ex-Regierung zu tun, die den Sachverhalt durchaus aufklären kann (sofern diese Aufklärung trotz a) des parteilichen Interesses (auch von Medienhäusern!) und b) des prinzipiellen Interesses vieler Medien an Skandalisierung durchzudringen vermag).
Hier haben etwa gleich mächtige Protagonisten miteinander zu tun, insoweit ist diese Beispiel von Rudelbildung m.E. einigermaßen harmlos.
Im Fall von Moni vs. TI-D lag das Machtübergewicht recht deutlich bei TI-D - und die Blogger bewiesen in meinen Augen geradezu vorbildlich, dass sie den aktuellen Stand der Dinge wahr nahmen und versuchten, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, und dies, obwohl von TI-D statt Aufklärung nur Angriffe auf die Überbringer der Nachricht kam.
Wenn wir aber in Deutschland irgendwann einmal Blogs als echte und recht mächtige Parteiungen erleben (so wie z.B. in den USA im Rahmen des Wahlkampfes oder bei den diversen Prä-Faschoseiten wie Malkin oder LGF), denen also weniger an der Sache liegt und mehr an der Parteiung, ja, dann werden auch wir Probleme mit Rudeln bekommen.
Oder wenn in einer aufgehetzten öffentlichen Stimmung plötzlich Strafaktionen verabredet werden (white power an den Stränden Australiens haben wir schon erleben müssen).
Oder wenn z.B. von einer interessierten Firma die Blogger missbraucht werden (z.B. mit einer gefakten Nazimeldung), um der Konkurrenz eine mitzugeben, dann gäbe es Grund zur Sorge.
Oder wenn wir Blogger wegen unserer kleinen Macht überschnappen sollten.
So weit ist es aber noch nicht. Zur Zeit scheinen "die" Blogger mehrheitlich ausgesprochen vernünftig zu sein, und das kann man m.E. garnicht genug loben. Ich sehe für heute also gar keinen Grund, in Zusammenhang mit Blogs von Mobs zu sprechen. Die Gefahr mag für die Zukunft bestehen, und es ist auch wertvoll, sie im Hinterkopf zu behalten.
Ja, und Aufgabe der Presse könnte zum Beispiel auch sein, uns Bloggern auf die Finger zu klopfen, nur leider sieht es im Moment so aus, als ob die umgekehrte Richtung sehr deutlich notwendiger ist.
Hugh!
Dr. Dean |
homepage |
02.04.06 - 19:06 | #
|
|
Ich hab ja schon bei der Tekkan Geschichte darauf hingewiesen, dass es gut möglich ist, sowas auch zu lancieren. Ich sprach dabei aber von den ganzen lustigen Flash/Video/lustige Bildchen Blogs, die hoch in den Countern stehen, meist unkritisch etwas etwas übernehmen und deren Lesern, die sowas dann unkritisch per Mail weiter verbreiten. Johnny berichtete mir, dass das Tekkan Video bei ihm gar nicht so viele Refs aus Blogs hatte, sondern die unfassbar viele Klicks aus Mails stammten.
Ausgerechnet den 20 oder 30 Bloggern in Deutschland, Rudelbildung und die Möglichkeit, unkritisch Meinungen zu kopieren zu unterstellen, ist eher ein schlechter Witz. Die Gefahr, dass Blogs instrumentalisiert werden, auch für Propagandazwecke, geht nicht von diesen Blogs aus, sondern von jenen mit den lustigen Bildchen. Die sog. A-Lister verlinkten das Video kaum sondern setzten sich sogar kritisch damit auseinander.
Beim Fall TI-D war es dann genau andersrum. Die sog. A-Lister schreiben tagelang draüber, wahr genommen wurde es aber nicht von einer breiten Öffenlichkeit, sondern von mehr oder weniger interessierten wie talentierten Journalisten. Oder um es anders auszusrücken: jene Zeitung, die für uns "kämpft" und gerne soziale Mißstände in Firmen und im Bundestag aufdeckt und schonungslose Fragen stellt, die Bild, hat Tekkan in ihrer Online Ausgabe gehabt, den Fall TI-D aber nicht.
DonDahlmann |
homepage |
03.04.06 - 11:46 | #
|
|
casino in monaco casino in monaco casino in monaco // online casino promotions online casino promotions online casino promotions
riikg |
homepage |
03.02.07 - 8:57 | #
|
|
|