|
Moin zusammen!
Also erstmal: Danke für den Beitrag hier. Vor allem dass es ein Tag zu meinem Nickname gibt finde ich großartig. :)
Allerdings scheint mir, ich muss mal ein wenig erklären, was es mit meinem ominösen twitter account auf sich hat...
Das ganze ist quasi ein Experiment. Es geht mir um vielerlei Dinge, aber vor allem um die Untersuchung des viralen Potentials von twitter. Ich kenne und nutze twitter jetzt schon eine ganze Weile, mit meinem "normalen" account "ElPolloDiablo", bei dem ich auch eine recht überschaubare Anzahl von followers und followees habe. Einer davon ist "brianshaler", der mich nach einer kurzen Unterhaltung beim barcamp Phoenix auf die Idee gebracht hat:
Brian war einer der frühen User bei twitter und hat einfach mal ausprobiert wieviele Leute einem "zurückfolgen" wenn man sie followt. Das Ergebnis ist, dass Brian mittlerweile über 7.000 follower hat. Er ist ein Web-Developer und und nutzt twitter als eine Art "Crowdsourcing" um neue Projekte zu testen, was ich nicht verwerflich finde, da er 1. wirklich interessante Projekte umsetzt und 2. jeder Brian freiwillig followt eben weil durch seine Bekanntheit ein gewisses Interesse an dem was er eigentlich macht entstanden ist - Fast jeder kennt brianshaler, und deshalb wollen viele einfach nur wissen und verstehen WARUM.
Mittlerweile ist twitter schon etwas älter, und mich hat interessiert, ob das oben beschriebene Prinzip neue Anhänger zu finden immernoch funktioniert. Aus reiner Neugier, nicht, weil ich damit konkret Geld machen will oder Werbung treiben, nein, das ist nicht mein Ziel. Ich find's interessant zu sehen, wie verschieden die Leute sind, die twitter nutzen. Viele - wie ihr auch anscheinend - beschränken ihre Twitterei auf die eigenen Freunde, ein paar bekannte Blogs oder Infoquellen. Nur wenige nutzen twitter um auch neue Leute kennenzulernen, wozu twitter schließlich einen mehr als interessanten Weg bietet.
Stellt euch vor ihr müsst beruflich ins Ausland für zwei drei Monate. An den Wochenenden habt ihr Freizeit und möchtet euch die unbekannte Stadt angucken. Wäre es da nicht nett, wenn man einfach seinen twitter account aufmacht und schreibt "Hey, bin hier aktuell in XY, kenne hier nix und niemanden, wer hat Lust was trinken zu gehen und Party zu machen und mir ein wenig die Stadt zu zeigen?" und von seinen 7k an followern schreiben gleich 5-10 zurück die gern neue Leute kennenlernen und Lust haben was zu unternehmen. Da twitter sehr viel von Bloggern und Kreativlern genutzt wird sind dann beim gemeinsamen Streifzug durch die Stadt gleich zwei Leute mit Kamera dabei, man macht bekloppte Fotos als man sturzbetrunken durch die Stadt marschiert und am nächsten Tag gibt's gleich drei Blogs auf denen diese Bilder und ein Erlebnisbericht zu finden sind. Man hat eine völlig unbekannte Stadt von absoluter Insider-Seite kennengelernt, neue Freunde gefunden und zusammen was erlebt, was man nicht so schnell vergisst...
Dieses Potential bietet twitter, und die Schöpfer sagen sogar durchaus, dass das auch eigentlich war, was sie sich mal für ihren Service vorgestellt hatten, dass Leute diesen so nutzen. Machen aber defakto verdammt wenige.
Was ich nun ein wenig traurig finde, ist NICHT, dass nicht jeder twitter nutzt um hunderte von Leuten gleichzeitig für eine neue Idee begeistern zu können oder auf eine völlig neue Weise neue Freunde zu finden und die Welt kennenzulernen, sondern das immer wieder einige User - und sind sie auch noch gar nicht so lange bei twitter dabei und haben kaum eine Ahnung, was dieser Dienst so alles zu erreichen vermag - meinen, dass sie es am Besten verstanden haben, und jeder der mehr als 50 Leute in seiner Freundesliste hat krank sein muss. Das ist so ein bisschen wie wenn man als Deutscher in eine türkische Moschee geht und sagt "Sach ma, seid ihr bekloppt!? Es gibt doch auch Stühle und zieht gefälligst eure Schuhe wieder an!".
Aber nun mal zu dem Effekt, den die viele twitterei nebenbei hat: Ich hab in meinem Blog seit ich meinen Asphar twitter account hab jeden Tag rund 200 unique visits mehr als vorher, und das noch bevor ich den blog jemals bei twitter erwähnt habe! Die Leute interessiert einfach, wer ihre follower sind und sie klicken dann halt auch URLs an. Mal zum Vergleich: Wie oft klickt ihr einfach so Werbebanner im Netz an, nur um mal zu sehen ob ihr nicht wirklich einen Audi gewonnen habt, eh? Na also. Mein Ergebnis ist: Das virale Potential von twitter ist riesig. Und es macht kaum Umstände es auszunutzen. Einfach account anlegen und Zielgruppe auswählen. Lautet die Zielgruppe z.B. einfach "ganz Deutschland" dann in der twitter Suche einmal Germany eingeben und dann halt 20 mal klicken, Seite vor, 20 mal klicken, Seite vor usw... Das geht viel schneller als man sich vorstellen kann bei twitter mal eben 1.000 Leute zu followen. Würde man es darauf anlegen das auszuschlachten, könnte man dafür sogar einen bot bauen, der neue followees added, aber das fände dann sogar ich übertriben und kapitalistisch.
Interessanter Nebeneffekt: Es gibt zwar eine public timeline bei twitter, aber was, wenn man gar kein englisch spricht, und bitte nur alle Updates in der eigenen Sprache lesen will? Diese Funktionalität bietet twitter einfach nicht, kann man aber leicht herstellen, indem man eben einfach z.B. allen deutschen usern folgt. Klingt für euch jetzt vermutlich auch wieder verrückt, aber man sieht eben erst dann, warum das erstrebenswert ist, wenn man mal mitbekommen hat, worüber die ganzen Leute so twittern, die man noch nicht kennt und in seiner Liste hat, eben weil viele Developer, Blogger und Designer dabei sind, und ich hab da nun schon manch neue Lieblingssite entdeckt...
Ihr seit mittlerweile schon der zweite Blog der über mich schreibt. Bekanntheit ist nicht mein Ziel bei diesem Experiment, doch Bekanntheit schafft Interesse und Interesse ist sehr wohl etwas, was ich als nützlich für das, was ich im Leben so mache, erachte. Und die Idee scheint vollkommen aufzugehen: Immer mehr Leute interessieren sich für mich (bloggen über das, was ich tue), besuchen meinen Blog und für meinen nächsten anstehenden Business-Trip nach Australien hab ich auch schon Einladungen zum Essen erhalten, die ich dann dort auch gern annehmen werde. Also überlegt euch das nächste mal doch erst einmal, ob da nicht jemand einen recht schlauen Gedanken verfolgt, wenn er twitter auf diese Art und Weise nutzt, statt ihn gleich als "krank" hinzustellen... ;)
Aber keine Sorge, ich nehm euch das so oder so nicht übel, denn die Aufmerksamkeit hab ich schließlich bekommen wie ich sehe. *g* Und viele werden sicher weiterhin denken "das ist krank!" und einige andere werden jetzt denken "und jetzt postet dieser kranke Sack auch noch so einen elends krank langen Kommentar hier rein!?" und da muss ich euch dann recht geben, DAS war wirklich krank von mir. *g* In diesem Sinne. ;)
Cheers,
André a.k.a. Asphar
Asphar |
homepage |
14.12.07 - 22:29 | #
|