kommentare zu diesem eintrag auf wirres.net

Gravatar Wenn dein Lieblings-Kommentator "Till" nun könnte, hätte er einen feinen Kommentar hier hinterlassen. Das kann er aber nicht. Denn Kritiker Till ist von dir gesperrt worden - ein unmissverständliches "ix will Till hier nicht!".

Eigentlich ist mir das egal, da ich hier keine Partei ergreifen möchte. Allerdings hatten wir hier kürzlich das Thema des Kommentar-Bannings, wenn auch nur drei Punkte hintereinander folgen, oder drei Ausrufezeichen. Was auch immer. Ich stell das einfach mal in Bezug zu deiner Aussage über die Unterhaltungsindustrie auf, die den Konsumenten "zum Teufel jagt", wenn er nicht so mitspielt, wie sie es will. Denn das geht leicht in Richtung Bigotterie - das Wort verwendest du doch so gern.

Kurz: Wer was für die Öffentlichkeit herstellt, etwas publiziert, tut dies nach eigenen Regeln. Und wenn du schon das Beispiel mit dem Eisverkäufer bringst: Ein Museumswächter achtet schließlich auch darauf, dass die aufgehängten Gemälde nur aus der Ferne betrachtet, nicht aber angegrapscht oder gar mitgenommen werden. Niemand käme auf die Idee ihm zu unterstellen, er wolle keine Besucher mehr.

Sind Regeln nicht da, um Ordnung zu wahren oder zu schaffen? Jetzt im "digitalen Zeitalter" ist's doch klar, dass die alte Garde von damals mit Panik auf neue Vertriebswege reagiert. Es müsste zunächst ein Generationenwechsel stattfinden, um das volle Potenzial von neuen Medien zu entfalten.


Gravatar bigott, oder musikindustrieesque wäre es, wenn ich um kommentare betteln würde, briefe schreiben würde auf denen ein bild von mir wäre und in deren anschreiben stehen würde „ihre meinung zählt“, zum kommentieren aber verlangen würde, dass man sich mit vollem namen und adresse anmeldet und die kommentare von mir persönlich freigeschaltet würden, allerdings nur, wenn man vorher ein 20-stelliges catchpa eingegeben hätte und mich dann über mangeldes interesse hier zu diskutieren beklagen würde.

nicht von irren belästigt werden zu wollen oder andere von irren belästigen lassen wollen, sehe ich ehrlichgesagt nicht als sonderlich bigott an.

wo dein vergleich trifft, ist bei etwas was ich als die furcht von leuten die öffentlich etwas machen (ins internet schreiben oder eine plattform für benutzer-videos im netz betreiben) davor, für dritte, für irre die etwas bei einem veranstalten belangt zu werden. kommentare zu löschen, nur weil jemand jemand anderes „arschloch“ nennt oder ein video zu löschen, weil irgendein anwalt einem einen brief schreibt ist tatsächlich vergleichbar. faulheit, vorauseilender gehorsam, feigheit, vernunft, whatever. es gibt allerdings noch einen unterschied: ich trete nicht irgendeiner initiative bei, die sich für die bessere durchsetzung von juristischen ansprüchen gegen kommentatoren oder blogger einsetzt und beklatsche es auch nicht, wenn leute (oder irre) die anonym bleiben wollen von irgendwelchen leuten juristisch belangt werden sollen. gut, das macht sevenload auch nicht, aber wenn man sich bei jemanden ins boot setzt der die eigene kundschaft seit jahren systematisch juristisch und mit schlechten werbefilmen verfolgt, verlange ich ein paar erklärende worte statt eine löschung auf verlangen.

der museumsvergleich ist übrigens auch schief. das museum über das ich schrieb hat am eingang stehen: „stellt eure werke hier aus!“. wir wollen dass ihr mitmacht, euch einbringt, wir sind eine „community“. wenns dann aber hart auf hart kommt einfach die leute die man vorher eingeladen hat, mit einem kryptischen dreizeiler zu kicken kommt mir dann zumindest inkonsistent vor. aber es ist immerhin ne botschaft. viel mehr hab ich das in bezug auf sevenload gar nicht bewertet.

und das mit den regeln und dem ordung schaffen ist auch so ne sache. da will ich gar nicht wieder anfangen drüber nachzudenken. gibt eh nur kloppe.

nur eins noch zu „regeln“. wenn mir die regeln irgendwo nicht gefallen oder sich rausstellt, dass sie willkürlich und intransparent durchgesetzt werden, dann geh ich da halt nicht mehr hin. vielleicht schreib ich noch kurz was drüber bei qype oder anderswo im internet, aber dann ist das für mich auch erledigt.


Gravatar Manchmal wäre es erfrischend, wenn man denn nachfragen würde, warum denn das Video gesperrt wurde, bevor man es groß anprangert. Vielleicht gibt es ja unvermutete Zusammenhänge - wie beim vermeintlichen Tibet-Verbot bei Hotmail, dass sich dann als (blöde) Phishing-Sperre entpuppte.


Gravatar naja. ebenso erfrischend wäre es, wenn derjenige dessen video gesperrt wird daie gründe von vorneherein erklärt bekommen würde und man gar nicht nachfragen müsste. sevenload schien das aber sehr lieblos gehandhabt zu haben.

lieblos bin ich übrigens auch gerade drauf. zumindest in sachen sevenload.


Gravatar gott iss das alles bigott!
also wirklich einfach alles!


Gravatar Du schreibst mir aus der Seele. Ich frage mich auch immer, wieso ich Depp immer wieder (Un-) CDs kaufe, die nicht auf allen meinen Playern gehen oder DVDs, die mich mit Raubkopierermörderhinweisen oder nicht überspringbarer Werbung verhöhnen. Und das bei den Preisen.

Ich warte noch darauf, dass mein Auto vorm Losfahren mir "Autodiebstahl ist ungesetzlich" sagt.

Bei uns wollen sie jetzt in der Firma DRM für Dokumente einführen, können in Word nicht einmal mit dem Äderungen-Nachverfolgen-Modus umgehen.


Gravatar verhöhnen. das ist eine ziemlich exakte beschreibung dessen was man spürt, wenn der DVD-player einem die kontrolle entzieht. im kino würd ich sogar einritt bezahlen, wenn die mich mit dieser raubkopiererscheisspropaganda in ruhe liessen. achso. mach ich ja. manchmal zahl ich denen sogar 3,50 für ne handvoll aufgepoppten, gesalzenen mais. warum sagt da eigentlich keiner, „denk an die hungernden kinder in afrika!“, wenn man 3,50 für ne handvoll mais bezahlt und danach verhöhnt wird?


Gravatar Der Artikel wurde leider nicht richtig abgespeichert. Wie man genau sieht, fehlt genau der grüne Bereich. Deswegen musste ich den fehlenden Abschnitt neu einfügen.

Thx


Gravatar Lieber Felix,

da war die Blogosphäre ein bisschen schnell mit dem sevenload-bashing.

Gegenwärtig werden allenthalben Plattformen dicht gemacht, weil sie sich im Dickicht der Copyright-Industrie verlieren, deren Unwille, die Kreativität von User Generated X, tatsächlich zu beklagen ist.

Für uns bedeutet das, dass wir ein Thema wie Bankhofer intelligent aufgreifen müssen: Wir müssen die Meinungsfreiheit und das Presserecht in Stellung bringen gegen den feigen urheberrechtlichen Angriff von Bankhofer's Anwälten auf eine berechtigte Kritik von Boo.

Das Recht ist so, dass ein Beitrag wie Bankhofer bei uns dann laufen kann, wenn über ihn berichtet wird. Wenn es nur hochgeladen ist und tatsächlich copyright hat können wir nicht unser automatisiertes Sperren ausschalten.

Stellt Euch vor, dass jeden Tag - teilweise bewusst - urheberrechtlich geschätzte Dinge hochgeladen werden, um uns in Schwierigkeiten zu bringen.

Wir unterscheiden zwischen kreativen Beiträgen, die ECHTES UGC sind, und das wir aktiv unterstützen. Das sind für uns auch "Content-Provider". Das einzige, was wir sperren MÜSSEN, sind belanglose Kopien, die weder redaktionell kommentiert noch bearbeitet oder sonst wie wertvoll gemacht worden sind.

Also: die 25. Aufnahme von einem Madonna-Video nein, ein kritischer Beitrag zu Bankhofer inkl. Mitschnitt ja.

Leute, wir sind viel mehr auf Eurer Seite, als Ihr Euch vorstellen könnt. Ich würde mich freuen, wenn wir uns darüber mehr austauschen. Uns fällt das nicht immer leicht, weil es eben auch viel bedeutet, ein Rebellenschiff wie sevenload durch alle Riffe zu steuern.

Gebt uns ein Paar Tage, ihr werdet sehen.


Gravatar ich weiss nicht wer zu schnell oder wer zu langsam ist. tatsache ist, dass ich bei ibo gelesen habe, dass sevenload gedenkt den unsinn der content-industrie mitzumachen. ich zitiere: „wir kooperieren.“ gerade habe ich zum ersten mal gelesen, hier in deinem kommentar, nicht bei ibo oder im sevenload-blog, dass ihr gedenkt zu diffenrenzieren. warum erst jetzt, warum so nebulös, warum hier, warum keine klare offizielle ansage? kommuniziert doch einfach klar, was euer anliegen ist, was ihr mit dem gesperrten video zu machen gedenkt, wie ihr vorzugehen gedenkt, anstatt euch über „sensationsgeile“, „nicht recherchierende“, „vorschnelle“ blogger zu beklagen (nach zwei tagen).


Gravatar Lieber Felix,

wir beklagen uns nicht - wir haben doch alle drei gesagt, dass wir die Reaktion verstehen können.

Der Sichelputzer hat sicher zu weit ausgeholt, aber Bloggen heisst auch, persönlich zu sein. Das ist übrigens dann auch eben keine PR Maschine. Und einen wahren Kern hat seine Kritik: es hat ja keiner von Euch mal bei uns angerufen oder uns gefragt.

Unser Anliegen ist: wir finden Machenschaften wie die von Herrn Bankhofer genauso blöd wie ihr. Die Kritik ist nur wirksamer, wenn wir sie als redaktionellen Beitrag bringen und nicht als vermeintlich angreifbaren Verstoss gegen Urheberrechte.

Unser Beitritt zu den UGC Principles übrigens ist vielleicht nicht glücklich in der Pressemitteilung beschrieben - aber er ist ein Baustein darin, dass wir denjenigen, die Inhalte produzieren, den ihnen zustehenden Anteil an den Früchten ihrer Arbeit geben wollen.

John Perry Barlow hat mal mit Ende des Copyright, das er 1997 ausgerufen hat, gesagt, es käme immer mehr auf den Urheber an, nicht auf den Wert des Werks. sevenload soll die Plattform sein, wo der Künstler diesen Raum auch kriegt.

Deswegen geht es bei den UGC Principles eben nicht darum, dass wir nur für die professionellen Content-Anbieter da sein sollen, sondern darum, dass wir grundsätzlich dem Autoren die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob er CC, Public Domain, oder eben ein enges Lizenzmodell fahren will.

Ihr könnt gerne kritisieren, dass wir ein automatisiertes Verfahren und eine zugegeben bescheuerte Support-Mail haben - allerdings haben wir so an die 100.000 Uploads am Tag, mit tausenden von Beschwerden, so dass wir ehrlich gesagt da sicher noch ein weilchen brauchen werden, um perfekt zu sein.

Zum Anlass der Kritik: unser Anliegen ist, das gesperrte Video unangreifbar zu machen, indem es klar als journalistische Kritik positioniert ist und damit die Urheberrechtswaffe stumpf wird.

Wir dachten, dass wir mit über 200 Specials und Sendungen, die von Nutzern gemacht werden, gar nicht in den Verdacht kommen, total kommerziell zu sein. Aber vielleicht unterschätzen wir die Vorurteile, die entstehen, wenn wir Venture Capital bekommen von einer Gesellschaft, die aus dem Hause Telekom stammt. Da müsst ihr fair bleiben, finde ich.


Gravatar bei wirres.net bezeichnet man konsumenten als schafe. nichts ist falscher als das, denn konsumenten sind in wirklichkeit goldesel!


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