kommentare zu diesem eintrag auf wirres.net

Gravatar Der Artikel gefällt mir gut. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen heute nicht mehr das Gefühl haben, der Staat wäre gefährlich. Weil er so hilflos-tapsig-vertrauenserweckend daherkommt und sich so behäbig-bürokratisch geriert, scheint er ihnen harmlos.
Angela Merkel ist ein ganz typisches Beispiel dafür. Nicht jeder mag sie, sie ist ein bisschen langweilig, ganz sicher kein bisschen sexy, aber gefährlich? Ach was!
Dafür haben wir doch Terroristen.


Gravatar > Dafür haben wir doch Terroristen.

Um genau zu sein 82.000.000 davon. http://ich.waehlepiraten.de/ denn http://www.dubistterrorist.de/ !

btw: sehr guter Artikel!


Gravatar nach (gefühlt) langer zeit endlich wieder ein starker text, der nicht (meist unterhaltsame) befindlichkeiten, technik-lob oder -kritik, amüsiertes kongress-bashing etc. zum inhalt hat. danke.


Gravatar Aus der Pressemitteilung von Nokia Siemens Networks (NSN):

"To fulfill this Lawful Intercept requirement as part of an expansion to provide further mobile connectivity to Iran in the second half of 2008, Nokia Siemens Networks provided TCI, the Iranian national operator, with the capability to conduct voice monitoring of local calls on its fixed and mobile network.

The restricted functionality monitoring center provided by Nokia Siemens Networks in Iran cannot provide data monitoring, internet monitoring, deep packet inspection, international call monitoring or speech recognition."

Hierzu muss man wissen, dass die Produkte von NSN modular aufgebaut sind und eine nachträgliche Aufrüstung (beispielsweise durch die Firma, die den Vertrieb der Überwachungstechnologie jetzt von NSN übernommen hat) technisch jederzeit möglich ist. Das Monitoring Center ist entwickelt worden, um nahtlos in das Überwachungsmonster namens "Intelligence Platform" von NSN eingefügt werden zu können, mit dem dann noch viel mehr Daten als nur die Telefonie-Daten ausgewertet werden können.

Aber auch das gelieferte Monitoring Center ist keinesfalls harmlos. Die Besonderheiten dieses Produktes sind, dass es an _zentraler_ Stelle nahtlos in das Telefonnetzwerk eines Landes eingebaut werden kann und in Echtzeit den gesamten Telefonverkehr eines gesamten Landes überwachen kann. Hier merkt man, dass dieses Produkt nicht für den Einsatz in einem Rechtsstaat entwickelt wurde, wo jede Abhörmaßnahme normalerweise auf eine einzelne Person beschränkt ist und zuvor richterlich genehmigt werden muss.

Warum also ist die Herstellung eines derartigen Produktes überhaupt erlaubt? Oder warum existieren für derartige Produkte nicht zumindest Ausfuhrverbote?

Zudem bietet das Monitoring Center sehr wohl auch umfassende Datenanalysen an, zwar laut der Pressemitteilung keine Analyse von Internetdaten, sehr wohl aber die Analyse von Telefonverbindungsdaten.

Fazit: Die Produkte von NSN sind dafür gebaut worden, in einer Art und Weise Massen an Daten zu überwachen und auszuwerten, die in einem Rechtsstaat niemals erlaubt wäre. Natürlich kann man das Überwachungsmonster auch an die Kette legen und seine Funktionen derart einschränken, dass nur einzelne Anschlüsse überwacht werden. Dafür bräuchte man aber nicht dieses Überwachungsmonster. Das wäre so, als ob man sich einen Autofuhrpark zulegt, um jeden Tag mit einem anderen Auto von der Haustür zur Gartenpforte und zurück zu düsen.

Mehr Infos zum "Monitoring Center" und zur "Intelligence Platform" von NSN hier:

http://futurezone.orf.at/stories...tories/1607225/ (dort auch weitere Links)

http://blog.kairaven.de/archives...- Warehouse.html


Gravatar Ich finde die ganzen Diskussionen um Datenschutz/Zensur/Urheberrecht unheimlich anstrengend. Was ich nicht verstehe, ist:
1) Warum wollen so viele Leute kostenlose Musik- und Videodownloads und das ungefragte Verbreiten von Texten erlauben? Warum setzt Du, ix, die Formulierung "die kreativen" in Anführungszeichen. Deinem Einkommen liegt doch auch eine Dienstleistung zugrunde. So wie meinem (ich kriege Geld für Recherchen und Texte), den von Musikern und Filmemachern. Wie würdest Du es finden, wenn man beschließen würde, dass für deine Arbeit plötzlich kein Geld mehr bezahlt werden soll?

2) Ein Stoppschild auf Kinderpornoseiten hält nur wenige davon ab, Kinderpornos anzusehen (oder zu produzieren). Ok. Gut. Verstanden. Und ich teile auch die Meinung, dassdie Strafverfolgung von Kinderporno-Konsumenten und -Produzenten viel wichtiger wäre. Aber: Ein Stoppschild ist besserv als kein Stoppschild. Und den einen oder anderen Neugierigen (und technisch durchschnittlich begabten) User hält es vielleicht ab. Warum also kein Stoppschild?
Weil es ein Einfallstor für Zensur ist? Okay! Gerne! Ich habe nichts dagegen, wenn Kinderporno, Nazi-, Dschihad- oder sonstige Seiten illegan Inhalts verboten und geschlossen werden - so wie es mit Zeitungen, Filmen und anderen Medien ja auch gemacht wird. Sollen rechte Arschlöcher oder Pädophile ihre Inhalte im Netz ungestört verbreiten dürfen, nur weil es so einfach ist? Nein! Verdammt, nein! Ich verstehe gar nicht, wie man das anders sehen kann! Denn das ist nicht Zensur, sondern das Durchsetzen geltenden (und vernünftigen) Rechts!

Leider werde ich oft, wenn ich diese Meinungen vertrete, gleich in die Schäuble-Ecke sortiert. Man, was soll das??? Nur, weil ich es ok finde, 99 Cent für einen Song-Download zahlen zu müssen, bin ich noch lange nicht für Vorratsdatenspeicherung, Lauschangriffe, Online-Durchsuchungen und, und, und...


Gravatar die „kreativen“ habe ich in anführungszeichen gesetzt, weil es der industrie, die klagt und lobbyismus betreibt und am liebsten urheberrechtsverletzern ohne gerichtsverfahren den internet-anschluss kappen möchte, eben nicht um die kreativen geht, sondern um die bewahrung ihres geschäftsmodells. viele kreative haben das bereits erkannt und (auch geldmässig) erfolgreich neue wege beschritten.

die leute die ich kenne, die viel, angeblich „illegal“ downloaden, kaufen mindestens genausoviel wie sie kaufen würden, wenn es kein internet gäbe. runterladen ist nach meiner beobachtung a) ein guter weg neue „kreative“ kennenzulernen und b) oft die einzige möglichkeit an die sachen ranzukommen. das kinderlied von schnappi dem krokodil ist ein gutes beispiel dafür. jahrelang geisterte es als mp3 durch die tauschbörsen bis es 2004 als CD rauskam und ein riesiger kommerzieller erfolg wurde — obwohl es nach wie vor kostenlos zu haben war. es gibt studien, die zeigen, dass musik die in tauschbörsen hoch im kurs steht sich auch glänzende kommerzielle erfolge feiert und vor allem gibt es studien, die zeigen, dass leute die viel downloaden auch viel kaufen. ist ja auch logisch. leute die viel musik runterladen nennt man „fans“. klar kann man die verklagen und kriminalisieren, ich halte das aber für eine eher schlechte idee.

übrigens, dass das kostenlose zeigen und zur verfügung stellen von musik einen riesigen markt öffnet, weiss auch die musikindustrie. sie hat das viele jahre lang mit MTV und VIVA gezeigt und zeigt es auch jetzt, wenn sie musik-videos zum marketing selbst auf youtube stellt.

ausserdem ist die noch wichtigere frage, warum die angeblich „kreativen“ andere kreative kriminaliseren dürfen sollen, die beispielsweise ein privates video erstellen und mit deren musik unterlegen und veröffentlichen. warum sollen menschen kriminalisiert werden, die aus zwei oder mehr werken etwas neues schaffen und dann statt „kreativer“ oder „künstler“ „pirat“ oder räuber genannt werden, wenn sie dass stück oder video veröffentlichen? kreativität, alles was unsere kultur ausmacht, baut auf vorherigen werken und ideen auf, warum soll genau das plötzlich im digitalen zeitalter kriminell sein? der kampf der musik- und entertainmentindustrie hat die gleichen kollateralschäden wie der angebliche kampf gegen den terrorsimus. bürgerrechte und freiheit von millionen menschen werden beschnitten, einmal um ein einträgliches, aber stark herausgefordertes geschäftsmodell zu retten (statt der kreativen) und andererseits um den staat zu stärken (statt der bürgerrechte).

sollte ich eines tages tatsächlich so gute texte schreiben, dass sie „ungefragt“ verbreitet werden, würde ich mir sicher keine sorgen um geld machen müssen. ich halte es für ein propaganda-märchen, dass kopieren von texten, filmen oder musik das einkommen der kreativen schmälert. das gegenteil ist der fall. es zeigt (und erhöht) potenziell den marktwert und die vermarktungschancen. und wenn du probleme vom verkauf deiner texte zu leben, wie wäre es von deinem verleger zu reden? wenn der selbst kein geld mehr hat, wie wäre es wenn er mal sein geschäftmodell oder sein produkt in frage stellt, statt nur auf andere zu zeigen?

ich lese täglich stundenlang kostenlose texte im internet (womit im übrigen auch viel geld verdient wird) und ich gebe trotzdem monatlich mindestens 30 bis 40 euro im monat allein für bedrucktes papier aus. manchmal auch mehr. für DVDs, fernsehserien und filme gebe ich im monat ebenfalls mindestens 20-30 euro aus.

apropos DVD: laut industrie und urheberrechtslage war ich gestern und heute auch am „raubkopieren“ beteiligt, obwohl ich 6 euro leihgebühr für drei folgen für drei DVDs einer TV-mini-serie bezahlt habe. nur war diese DVD keine „verleihversion“. ein schwerer urheberrechtsverstoss? sollte ich den DVDthek-betreiber verdammen und verpetzen, weil wegen ihm und der falschen lizenenz die „kreativen“ nciht mehr ordentlich bezahlt werden? oder sollte man darüber nachdenken, dass gesetze die aus der feder einer lobby stammen, vielleicht totaler bullshit sind? ich bin der DVDthek übrigens dankbar, dass sie in einer rechtlichen grauzone agiert und mir so den konsum von filmen ermöglicht, der von der industrie gar nicht vorgesehen ist, weil es keine verleihversion der serie gibt. aus welchen nicht nachvollziehbaren gründen auch immer.

zur zensur: was würdest du davon halten, wenn das BKA entscheiden könnte, ob die publikation für die du schreibst und recherchierst unrecht ist und sie nach belieben zensieren kann, quaisi auf knopfdruck? sowas soll es früher mal gegeben haben und allgemein wird es als gesellschaftlcher fortschritt angesehen, dass es mittlerweile so ist das die polizei soetwas nicht mehr einfach machen kann. warum soll dieser rechtsstaatliche schutz für papier gelten, aber nicht für das internet? das internet ist genausowenig rechtsfrei wie der zeitschrifftenmarkt. trotzdem gibt es schweinereien die auf papier veröffentlicht werden, primäre weibliche geschlechtsorgane und sexistisches, menschenverachtende abbildungen und stories von und über wehrlose menschen — nur soll deshalb das BKA ermöchtigt werden zu entscheiden ob die „bild“-zeitung oder die „junge freiheit“ erscheint oder nicht? die rechtsstaatlichen mittel, das sagst du ja selbst, bestehen bereits. niemand sagt, dass „rechte Arschlöcher oder Pädophile ihre Inhalte im Netz ungestört verbreiten dürfen“ sollen, bzw. du lügst wenn du das behauptest. und wenn du auf solchen lügen bestehst, kann es natürlich passieren, dass du in die ecke mit lügenden politikern gestellt wirst. kindesmissbrauch und der konsum von solchen darstellungen ist verboten, genauso wie volksverhetzung und — wie ich am eigenen leib erfahren konnte — auch beleidigungen können und werden *auch* im internet geahndet.

und was mich auch interessieren würde, was veranlasst dich, deine meinung annonym zu veröffentlichen? wovor hast du angst?



Gravatar SUPER!

Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit.
Baruch de Spinoza


Gravatar hallo, automatisches trackback hat nicht geklappt, deshalb nochmal eine inhaltliche anmerkung so:

Urheberrechtsreform der Piraten – Ideen und Irrtümer

Ich hatte heute Nachmittag die Zeit, mich nochmal intensiv mit dem Programm der Piratenpartei auseinanderzusetzen. Insbesondere das, was die Piraten zum Urheberrecht und der (nicht-)kommerziellen Vervielfältigung schreiben, ist interessant. Ich zitiere mal ein paar Passagen und kommentiere diese gleichzeitig…

http://simplizissimus.wordpress....rm-der-piraten/


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