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D'accord. Ich habe das Interview auch gelesen und hatte nicht den Eindruck, dass Heine untergegangen wäre. Von der Leyen hat ihr nicht zugehört und unbeirrt ihren Quatsch erzählt, als hielte sie einen Monolog. Ob sie dadurch rhetorisch überlegen war, entscheiden natürlich immer die Zuhörer / Leser, aber mir kam's jedenfalls gar nicht so vor.
Muriel |
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25.06.09 - 21:57 | #
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Habe die Piraten auch nicht so negativ erlebt bei Phoenix wie die anderen es beschreiben.
Habe es so formuliert: "Piraten auf Phoenix - Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel"
sich selbst darf man ja zitieren, dann müßt Ihr nicht rüber zu mir:
Meiner Meinung nach eine vollkommen normale Diskussionsrunde, fast schon langweilig. Trotzdem geistern Ideen von "Vorführung" oder "Hinrichtung" der Piratenpartei durch die Bloglandschaft: "Die 'Piraten' wurden vorgeführt", "Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei".
Wer die Sendung (oder die Wiederholung, wie ich gerade eben) gesehen hat, wird sich (zumindest ein wenig) wundern, wo und wer denn 'hingerichtet' oder 'vorgeführt' worden sein soll.
Was ich gesehen habe war eine Talkrunde, die vom Moderator so fair geführt wurde, wie wir ihn/sie uns in anderen Talkshows mit anderen Gesprächspartnern wünschen würden. Mit Gästen, die ihre Überzeugung engagiert vorgetragen haben.
Sehr langsam nahm die Runde Fahrt auf, mußte man sich doch ersteinmal beschnüffeln, umsegeln und den richtigen Abstand für die Kanonade finden. Eine ruhige, in Spannung, Lautstärke, Dynamik langsam zunehmende Viertelstunde.
Danach waren die Fronten klar. Aber auch, wer der Sieger des Gefechtes werden würde. Warum schon jetzt? Nun, es war nun absehbar, daß der Pirat nicht präzise und schnell genug feuern konnte. Er sprach zu langsam, zu ausholend und weitschweifend. So macht man keine schnelle Beute.
Zusätzlich fühlte der Pirat sich in seiner kleinen Jolle zu sicher, denn die Gegner (mit ihrem Dreimaster für ihn noch im Nebel) hatten ihn in Sicherheit gewogen. Das passiert den Besten unter uns - darf aber nicht passieren. Die ältesten Tricks sollten auch die Piraten kennen.
Der Pirat hatte weder sein Pulver im Trockenen noch genug Präzisions-Munition, die eigentlich durchschnittlichen Fang- und Detail-Fragen abzuwehren. Er hatte keine Nebelwände auf seiner Seite.
Er brachte keinerlei Überraschungsmomente in die Diskussion ein, um die Kulisse auf seine Seite zu ziehen. Er war nicht vorbereitet genug, die Säbelhiebe im Nahkampf der letzten Viertelstunde zu parieren.
Alles in allem sahen wir trotzdem einen äußerst fairen Schlagabtausch, in dem kurz die Emotionen dazu führten, einander zu unterbrechen, dies ua. aber auch voller Ungeduld, weil der Pirat Hillbrecht so langsam zur Sache kam.
Ein Blick auf die Uhr ab und an hätte ihm gut getan und Erklärungen für das Verhalten der anderen geliefert.
Lassen wir die Emotionen und eventuelle Selbstbetroffenheit beiseite: Alles in allem hatte er immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, er ist nirgendwo aufgelaufen, hat nicht auf der ganze Linie versagt, sondern - für seinen ersten Auftritt - gut mitgehalten. Was er selbst auch so - und damit richtiger als andere - einschätzt.
Jetzt noch eine neue - oder besser gar keine Krawatte - ein graues, gutes (wie meine Mutter sagen würde) Jacket und eine umm Klassen bessere Mischung aus Vorbereitung, Konsequenz in der Argumentation, Selbstsicherheit und Selbstbewußtheit, dann klappt das nächstes Mal richtig gut.
ralf schwartz |
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25.06.09 - 23:08 | #
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Bei YouTube findest du übrigengs die Phoenix-Diskussion:
http://www.youtube.com/watch?v=q...h?
v=qxPmVrTHQxE
Malte |
25.06.09 - 23:19 | #
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wenn die deutsche politik etwas von barak obama lernen kann, dann wie er zumindest den eindruck erwecken konnte, die wahl mit argumenten und nicht mit diskreditierung seines gegners gewinnen zu wollen.
Seit wann hat die dt. Politik irgendwelche Argumente, die man ernst nehmen könnte? Und das geht auch quer durch alle Parteien. Vielleicht ist ja der Trick, mit dem man ins Parlament kommt.
Oliver |
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26.06.09 - 2:59 | #
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Ich plädiere für mehr Biss in der politischen Kommunikation.
Martin Recke |
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26.06.09 - 7:44 | #
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Danke. Du schreibst, was ich beinahe geschrieben hätte.
Richie |
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26.06.09 - 8:41 | #
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"warum eigentlich gelten die normalen anstandregeln in der politik nicht? warum gilt derjenige, der am besten taktiert, rhetorisch am elegantesten lügt oder agitiert und sich bei seinen schweinereien nicht erwischen lässt, als guter politiker und nicht derjenige der nicht auf tricks, rhetorisches stroh- und störfeuer angewiesen ist, sondern auf die kraft seiner argumente vertraut? "
Danke, das geht mir auch schon seit zwei Tagen durch den Kopf. Ich finde es schlimm, dass in den Diskussionen die Forderung auftaucht, dass "wir" uns den gleichen Stil, wie den der Politiker zulegen sollen. Klar, einige kommen mit diesem Schleifen und Windungen besser klar als andere und haben das Talent und/oder Selbstbewußtsein anders aufzutreten. Das diskreditiert aber in keiner Weise diejenigen, die sich lediglich an die gängigen Standard von Diskussion und Gespräch orientieren.
somlu |
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26.06.09 - 8:53 | #
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Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch ein Radio-Interview der Ursula von der Laien, wo sie Nerds und Kinderschänder quasi gleichsetzt ...
http://www.flohbu.de/index.php?/...inell-
BETA.html
Chat Atkins |
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26.06.09 - 11:52 | #
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Es gibt zwei Extreme: "Wir" können uns entweder wie bisher wehrlos von Politikern abschlachten lassen. Oder wir können den gleichen Stil übernehmen. Dazwischen liegt noch ein gewaltiges Spektrum an Möglichkeiten. "Wir" müssen nicht von einem Extrem ins andere fallen.
Martin Recke |
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26.06.09 - 12:17 | #
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Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass die "fachkundigen" Leser/Zuschauer dieser Szenarien das "Untergehen" nicht wahrnehmen, weil sie natürlich begreifen, dass die vorgebrachten Argumente auf Seite A richtig und auf Seite B polemisch waren. Aber eben die "fachunkundigen", die es ja eigentlich zu überzeugen gilt, die sehen nur: A redet wenig, B redet viel, A kann nicht mithalten, B wirkt kompetent, A hat ein einfaches Vokabular und kann sich nicht so gut ausdrücken, B redet scheinbar eloquent und stockt nicht …
sasi |
26.06.09 - 13:57 | #
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So ist es.
Martin Recke |
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26.06.09 - 23:23 | #
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