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Gravatar Voilà en effet une affaire que Stefan Frei mérite de remporter. Et que son adversaire (l'adjectif léniniste est vraiment très bien choisi) mérite de perdre.


Gravatar Hallo Sisyphos,

ich versuche mal, die Affäre darzustellen, wie sie sich einem Techniker darstellt (vereinfacht):

Im DNS-System gibt es einen Verweis von schweiz.ch entweder auf den Computer von Stefan Frei oder auf den Computer der Eidgenossenschaft.

Eine Lösung eines Streits um einen Verweis muss sich daran messen lassen, wie viele Menschen falsch verbunden werden. Da stehen zwei Überlegungen gegeneinander:

- Intuition (wer schweiz.ch eingibt,
will bestimmt keine MMS-Bilder
kaufen)
- Bestehende Verweise (Hyperlinks,
Adressbücher, etc.pp.)

Es sollte nicht schwer sein, die Intuition zu korrigieren, indem man Links zu den offiziellen Seiten deutlicher hervorhebt oder, wie du vorschlägst, eine Portalseite einrichtet. Die bestehenden E-Mail-Adressen weiterlaufen zu lassen, sollte wohl gehen: Wenn aber http://www.schweiz.ch weit bekannt ist (und davon gehe ich aus), kann ich die Adresse nicht mehr umbiegen. Da hätte man früher dran denken müssen.

Ich bin genauso pessimistisch wie du, dass die schweizerische Regierung das verstehen wird. Das liegt aber daran, dass Presse und Lobby der herrschenden Schicht so lange diesen Nonsens von geistigem Eigentum eingeflüstert haben, bis die selber glauben, dass "Eigentum" an irgendwelchen Domainnamen wichtig sei. Schade für Stefan Frei, aber da seid ihr Liberalen selbst dran schuld.

Schönen Gruß, Steve


Gravatar Oh, P.S.:

Das zeigt mal wieder, weshalb die das DNS Entwerfenden den Namensraum mit .com, .edu, .gov, .net, .org usw. aufteilen wollten. Stefan Frei sollte also _eigentlich_ nur schweiz.com.ch haben, die Bundeskanzlei nur bundeskanzlei.gov.ch und das Portal aller Regierungen der Schweiz würde nach gov.ch gehören, das aber irgendein Idiot schon vergeben hat. Die Briten machen das mit .co.uk bis heute so und sind gut damit gefahren. Welcher Depp das auf dem Kontinent verpennt hat, wüsste ich gerne mal.


Gravatar "Das liegt aber daran, dass Presse und Lobby der herrschenden Schicht so lange diesen Nonsens von geistigem Eigentum eingeflüstert haben, bis die selber glauben, dass "Eigentum" an irgendwelchen Domainnamen wichtig sei. Schade für Stefan Frei, aber da seid ihr Liberalen selbst dran schuld." (Steve)

Ich glaube, dass Du meinen Text missverstanden hast, Steve. Das Vorgehen der Bundesverwaltung ist alles andere als liberal, es ähnelt vielmehr kollektivierendem und Privateigentum verneinendem Sozialismus (vgl. auch Titel des Posts). Das hat mit "herrschender Schicht" und "Nonsens von geistigem Eigentum" nicht viel zu tun. Im Gegenteil, würde auch das geistige Eigentum respektiert, würde die Bundesverwaltung einsehen, dass sie die Adresse höchstens abkaufen kann. Oder würdest Du Dir etwa nicht bestohlen vorkomen, wenn man Deine Homepages kurzum beschlagnahmen würde?


Gravatar Wie wenig der Bund mit einem Portal anzufangen weiss, hat er ja schon mit dem völlig überflüssigen ch.ch gezeigt.

Dank Stefan Frei verfüge ich zudem seit langem (kostenlos!) über ein vorname.nachname@schweiz.ch e-mail-Adresse. Der Staat böte mir solches sicher nicht.


Gravatar Ja dass der Staat das Geld völlig ineffizient verschwendet hat, kann man hier sehr schön nachlesen. Schön jedenfalls wieder mal was von Dir zu vernehmen, CAK! Freue mich auf neue Aktualisierungen deines Blogs!


Gravatar Ce ne serait de toute façon pas très malin pour la Confédération de vouloir établir un portail à partir d'un nom en allemand... Il y a des traditions (et des égards à l'endroit des minorités linguistiques) qui se perdent, ce n'est pas pour rien que la plupart des grandes institutions nationales ont des noms en latin ou en anglais: ça ne froisse aucune susceptibilité. Le même résultat peut aussi être atteint si l'on prend une langue minoritaire: ça fait exotique. L'occasion de placer ici ma thèse que les Suisses feraient mieux de tous apprendre l'anglais en deuxième langue, et l'adopter comme langue officielle unique:
http://swissroll.info/?2006/05/1...deuxieme- langue

Bon, j'arrête de troller... Je m'en vais mais il faut que je vienne plus souvent ici!


Gravatar Ce n'est pas du Trolling que de faire de la pub pour ses propres billets. D'autant plus que la thèse soutenue est pour le moins pragmatique. Enseigner l'anglais comme seconde langue "commune" et laisser aux "régions linguistiques" le soin d'entretenir leur propre langue maternelle. Il me semble que des pays comme l'Inde ne font pas différemment et que leurs ressortissants s'en sortent finalement très bien... J'avoue avoir à méditer la chose...


Gravatar Hallo Sisyphos,

Ich glaube, dass Du meinen Text missverstanden hast, Steve.

Ich glaube eher, ich habe schlecht die eigene Argumentationslinie herausgestellt, entschuldige bitte.
Habe nicht genug beachtet, dass Du als Jurist wohl eine andere Sicht auf die Sache hast.

Ich stelle das Argument noch mal knapp, aber sauber da:

1. Die Seiten bleiben bestehen, Frei und Kanzlei streiten sich nur ueber den Verweis. Frei koennte nach http://sonstwo.ch umziehen und den _Seiten_ wuerde das nicht schaden.

2. Dieser Verweis wird von der NIC nicht verkauft, sondern registriert. Man geht zur NIC und sagt "Hey, ich glaube, meine Seite ist gemeint, wenn jemand http://www.schweiz.ch anfordert" und die NIC registriert dann die IP des Servers, der Deine Seite ausliefert, unter diesem Namen.

3. Aufgrund des Andrangs ist hier ein ungeprueftes First-Come-First-Serve-Verfahren Usus, also wer "Hier!" zuerst schreit, bekommt den Verweis, und keiner guckt auf die konkrete URL. Haette die NIC genug Leute, haette sie schweiz.ch nicht an einen MMS-Haendler gegeben.

4. Diese Registrierung ist genauso wenig Dein Eigentum wie Dein Eintrag im Telefonbuch. Sie ist Eigentum des Dienstanbieters, der den Verweisdienst, in diesem Falle das DNS, betreibt.

5. Dieser Verweis wird oft gebuendelt mit dem Hosten der Seite angeboten. Aendert aber nix daran, dass das zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

6. Dass in der Realitaet seltsames Recht um diesen einfachen Sachverhalt geschachtelt wurde, aendert auch nix dran. Gerade im IT-Bereich kollidiert die Realitaet so oft mit dem Recht, dass ich der Realitaet immer Vorfahrt gebe.

Das Vorgehen der Bundesverwaltung ist alles andere als liberal, es ähnelt vielmehr kollektivierendem und Privateigentum verneinendem Sozialismus (vgl. auch Titel des Posts).

Korrektur der Begrifflichkeiten:
1. Sozialismus: Die Produktionsmittel liegen nicht mehr in Privathand.
2. Kommunismus: Die Konsum- und Gebrauchsgueter liegen nicht mehr in Privathand.
3. Leninismus: Die Diktatur des Proletariats in sozialistischer Wirtschaftsform zur Erzielung des Kommunismus.

Und das Vorgehen selbst ist nicht liberal, da hast du recht: Aber dass die Verwaltungsheinis je auf die Idee kamen, die Seite ueberhaupt zu wollen, das hat liberale Wurzeln.
Die Liberalen beschwoerten das "geistige Eigentum" lange genug in der Lobby, um aus der intellektuellen Allmende Profit schlagen zu koennen, und werden jetzt die Eigentumsgeister, die sie riefen, nicht wieder los. Dem Staat fiel auf, dass schweiz.ch eigentlich sein _Eigentum_ sein sollte, denn einen Verweis (ch.ch) hat er ja schon, brauchte also keinen weiteren.

Oder würdest Du Dir etwa nicht bestohlen vorkomen, wenn man Deine Homepages kurzum beschlagnahmen würde?

Kann man ja gar nicht. Man kann hoechstens den Verweis umleiten und der Content bliebe mir, und den Verweis kann man mir genau dann nehmen, wenn man klar macht, dass der neue Content weniger falsche Zuordnu


Gravatar Ich kann dieser Argumentation nichts abgewinnen. Leninistisch am Vorgehen ist dass das die Arbeit einer Person und das daraus resultierende Eigentum an einer Adresse, die klar einer Marke gleichgestellt werden kann, vom Staat geraubt wird. Die Missachtung von Privateigentum ist ein zutiefst sozialistisches (und in seinen Steigerungsformen auch kommunistisches) Merkmal. Natürlich bin ich auch ein Verfechter von geistigem Eigentum. Ich habe nie verstanden was eine unetrschiedliche Behandlung im Vergleich zu normalem, "realem" Eigentum rechtfertigen soll.


Gravatar Hallo Sisyphos,

wenn Du die Adresse als Marke siehst, wird eine Synthese schwierig. Wie gesagt - das DNS ist nun mal nicht mehr als ein Telefonbuch. Aber gut, dass wir drüber geredet haben.

Natürlich bin ich auch ein Verfechter von geistigem Eigentum. Ich habe nie verstanden was eine unetrschiedliche Behandlung im Vergleich zu normalem, "realem" Eigentum rechtfertigen soll.

Eigentum verliert dann seinen Sinn, wenn ich in beliebiger Menge ohne Kosten produzieren kann. Habe ich eine Datei mit Code, kostet deren Vervielfältigung nix. Wozu braucht man Eigentum, wenn jeder die Ressource beliebig nutzen kann? Dass die Datei irgendwann mal geschrieben werden muss, ist klar, aber sie kann ja für ihren ursprünglichen Zweck immer noch verwendet werden.

Schönen Gruß, Steve


Gravatar Die Missachtung von Privateigentum ist ein zutiefst sozialistisches (und in seinen Steigerungsformen auch kommunistisches) Merkmal.

Au, entschuldige, mir fällt gerade beim eigenen Schreiben auf, dass ich Dir darauf noch nicht antwortete:

Der Sozialismus respektiert das Privateigentum allgemein schon. Er respektiert nur nicht das Privateigentum an Produktionsmitteln, weil diese Macht verleihen, die niemand haben sollte (liberaler Sozialismus) bzw. dem Proletariat zusteht (Leninismus).

Schönen Gruß, Steve


Gravatar

Eigentum verliert dann seinen Sinn, wenn ich in beliebiger Menge ohne Kosten produzieren kann.


The value of an object does not depnend on the work necessary to do it, but on the price a buyer will pay for it.
If someboy can pay 70 000$ for an abstract sculpture that needed 5 minutes work to produce, that's the value of the statue, and so it is for the domain names.


Gravatar Hello pan,

The value of an object does not depnend on the work necessary to do it, but on the price a buyer will pay for it.

This is a nice definition of market-value. However, when not trading, one is rather interested in the use-value. (The market-value of most commodities will rise if the sun shines, even though the goods stay the same.)

In addition, value doesn't make a thing valid property. Air has a huge use-value, but it doesn't belong to anyone. A phone-book entry as well. And the domain name is a phone-book entry.

Steve




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Commenting by HaloScan